Analysen

Bewegungsanalyse

Die Durchführung von Bewegungsanalysen gehört zu den Kernkompetenzen der Physiotherapie.

Bereits in der Grundausbildung erwirbt man sich die dazu notwendige Fähigkeiten, indem man lernt, eine Bewegung systematisch zu beobachten und entsprechend zu analysieren. Das perfekte Rüstzeug dazu liefert die Functional Kinetics – FBL  nach Frau S. Klein-Vogelbach.

Es ist eine der Stärken dieses Konzeptes, dass sich Bewegungen anhand eindeutiger Beobachtungskriterien gezielt beobachten und ebenso eindeutig benennen lassen.

Über ein jahreslanges und tägliches Üben kann man immer schneller erkennen, ob ein Bewegungsvorgang “normal” ist oder aber ob ein solcher “gestört” ist. Man erwirbt sich so ein enormes Spektrum der Vielfalt menschlicher Bewegungsmuster.

Als Pioniere im Bereiche der arbeitsbezogenen Therapie haben wir das Studium der menschlichen Bewegungsvielfalt auch auf die Arbeitsbewegungen ausgedehnt, um die Realität der Bewegungen noch differenzierter verstehen zu können.

Diese Arbeitsbewegungsanalysen sind Teil unseres ERGONIC® Konzeptes. Näheres dazu erfahren Sie unter Arbeitsplatzanalyse.

Zur Interpretation von Bewegungsstörungen wird ein umfassendes anatomisches, biomechanisches und pathologisches Wissen benötigt. 

Damit wir die Zusammenhänge zwischen Schmerzen und Bewegungen immer besser verstehen können, werden in der ERGONIC® Physiotherapie mit modernen Mitteln softwarebasierte Bewegungsanalysen durchgeführt. Typische Bewegungen werden gefilmt und analysiert (siehe weiter unten).  

In diesem Kontext ist es auch interessant und wissenwert, die Geschichte der Bewegungsanalyse zu kennen, weil bereits die Pioniere dieses Gebietes von ähnlichen Fragestellungen ausgingen. Auch heute noch können die Aufnahmen von damals zu Studienzwecken herangezogen werden.

Differenzierte Bewegungsanalysen sind an spezielle Aufzeichnungsverfahren gekoppelt, die wissenschaftlich als Kinematographie bezeichnet werden.

Ganz im Geiste von Marey sind wir in der ERGONIC Physiotherapie ebenfalls an der Aufzeichnung von Bewegungen – der Kinematographie, interessiert, da wir auf diese Weise immer genauer verstehen können, wie Bewegungen und Bewegungsstörungen, Bewegungsstörungen und Schmerzen zusammenhängen.

So nutzen wir unsere Aufzeichnungen einerseits zum gezielten Studium der menschlichen Bewegungsvielfalt und anderseits zur Dokumentation von Entwicklungen und Veränderungen während der Therapie, um die Wirksamkeit unserer therapeutischen Bemühungen zu prüfen.

Die Aufzeichnungen werden auch zur Visualiserung von Bewegungsstörungen genutzt werden. Wir zeigen und erklären unseren Patienten fehlerhafte Bewegungen. Dadurch wird das Bewgungslernen erleichtert und manchmal erst ermöglicht.

Auf dem nächsten Bild kann man zum Beispiel sehen, dass sich die rechte und linke Armhebebewegung unterscheiden. Dieser Unterschied war dem Patienten nicht bewusst. Auf der Grundlage dieser Aufnahmen konnte dem Patienten die Bewegungsstörung bewusst gemacht werden und therapeutisch genutzt werden.

 

 

Anders als zu Marey’s Zeiten stehen uns heute modernste Technologien zur Verfügung.

Hundert Jahre nach Marey wurde von einer Firma eine geniale Software entwickelt, welche die Aufzeichnung und Analyse von Bewegungen jeglicher Art ermöglicht. Auf einfache Weise lassen sich für viele Fragestellungen Videos und Bilder erzeugen.

 

Die folgenden Bildsequenz, zeigt exemplarisch die Armhebebewegung einer Patientin 6 Wochen nach einer Oberarm Gelenks-Fraktur (subcapitale Humerusfraktur mit Abriss des Tuberculum majus).

Knappe drei Wochen später wurde das Bewegungsverhalten noch einmal gefilmt und ausgemessen. Eindrücklich kann so der Therapiefortschritt dokumentiert werden.

Solche Armhebewegungen bei Schulterpatienten untersuchen wir mittlerweile seit 8 Jahren systematisch und haben in diesem Zeitraum an die dreihundert Patienten mit vielfältigen Schulterbeschwerden gefilmt. Zur Analyse der Bewegungen haben wir eine eigene Methodik entwickelt, die Vergleiche untereinander ermöglichen.

Deswegen dienen diese Schulter-Arm Kinematographien mittlerweile auch der Diagnostik von Schulterproblemen, da wir aus unseren Erfahrungen Gesetzmässigkeiten der Bewegungsmodifikationen erkennen konnten, die sich immer in den gleichen veränderten Bewegungsmustern äussern. So kann man beispielsweise bei einer Verletzung der Supraspinatus Sehne, die eine wichtige Funktion bei der Armhebung spielt, immer die gleiche veränderte Art der Armhebebewegung sehen.

Ein besonders interessanter Fall war der eines Patienten, dessen operierte Supraspinatus und Infraspinatus Sehnen noch einmal gerissen sind und nicht mehr operiert werden konnten. Trotzdem konnte dank gezielter Therapie eine befriedigende Verbesserung des Zustandes erreicht werden. Die beiden Filme zeigen den Zustand zu Beginn und bei Abschluss der Therapie.