Pilates

Pilates wozu?

Joseph Hubert Pilates

Moderne Versionen

Moderne Versionen der Pilates Methode gibt es zu Hauf. Ich habe die wichtigsten Bücher auf ihre Übungsinhalte hin untersucht und mit dem Originalwerk von Pilates verglichen.

Wie man sehen kann, hat sich dieses über mehrere Generationen hinweg stetig verändert und hat ausser dem Namen zunehmend nur noch rudimentär etwas mit dem Original zu tun, so dass man sich berechtigterweise fragen muss, was Pilates eigentlich heute ist. Anpassungen durch Erkenntnisgewinn sind grundsätzlich positiv, dennoch sollte der ursprüngliche Gedanke erkennbar sein.

Heute kann man feststellen, dass unter dem Einfluss von Physiotherapeuten (bsw. Polestar – Bohlander) Übungen in das Pilates Konzept eingebaut werden, die schon längst zum klassischen Übungsrepertoire der Physiotherapie gehören. Nur werden diese von den Physiotherapeuten um einiges differenzierter angewandt (siehe wiederum  Functional Kinetics), als von den Pilates Novizen, weil sich die Ausbildungen in Pilates auch oder vorallem an Laien richten, denen aber das essentielle kinesiologische Grundwissen fehlt.

Auch werden zunehmend therapeutische Übungsgeräte wie der Gymnastikball, das Theraband, das Balanced Pad oder ähnliche Kleingeräte mit Pilates kombiniert und entsprechende Übungen damit kreiert, Übungen die wie die Bodenübungen längst zum therapeutischen Grundrepertoire gehören. Auch hier wieder ist man mit den therapeutischen Anwendungen besser bedient, weil diese erheblich differenzierter sind.

Leider ist die Pilates Methode auch nicht geschützt , so dass jeder seine eigene Methode unter diesem Namen anbieten kann. Kennt man das Original nicht, fällt einem eine Beurteilung schwer.

Die folgenden Bücher repräsentieren diesen Entwicklungsgang des Pilates Konzeptes. Wenn Sie auf das Bild klicken, können Sie die im Buch enthaltenen Übungen als Liste sehen. Die 34 Originalübungen werden jeweils mit den spezifischen Übungen des Buches verglichen. 

  00 Pilates

In “Return to Life through Contrology” hat Pilates eine Ansichten zum Training niedergeschrieben und seine 34 Mattenübungen vorgestellt.

Wie bereits erwähnt, dominiert die Ausgangsstellung Rückenlage sein Übungs-repertoire mit 75% und ist deswegen aus meiner Sicht zu einseitig.  

02 Kryzanovska 03 Siller 04 Winsor 05 Friedman 11 Bohlander

Das Buch von A. Bohlander und V. Geweniger wird als “Pilates-Lehrbuch” angepriesen. Von allen vorgestellten Büchern zeigt dieses die stärkste Reduktion und Abwandlungen vom Original.

Von den 34 Originalübungen sind nur noch deren 14 übrig geblieben. So auch die beiden kritischen Übungen “Swimming” und “Spine Twist”. Dafür wird ein “Pre-Training” vorgestellt, welches 20 Übungen enthält und 4 zusätzliche Übungen (rot).

Trotz dieser Neuausrichtung des Pilates-Konzeptes, ist das Buch lesenswert, da sich die Autoren um eine moderne Sicht des Konzeptes bemühen, welche für Nichtphysiotherapeuten sinnvoll ist, da auch Themen wie “Motorisches Lernen” oder “Didaktik” angesprochen werden.

Zudem beschränkt sich das Buch nicht nur auf die Beschreibung der Mattenübungen, sondern es werden auch Übungen an den Pilates Geräten vorgestellt.

Das Kapitel “Krankheitsbilder” hingegen halte ich für Laien als zu anspruchsvoll. Um Übungen den jeweiligen Pathologien anzupassen, braucht es jahrelange Erfahrung mit solchen Krankheitsbildern und wenn man über diese verfügt, braucht man dazu keine Anleitung.