Faszien

Faszien – neuer Wein in alten Schläuchen?

Bild von Jens Kramer

Prophetisches zum Faszienbegriff

Prophetisch deshalb, weil dieser Artikel retrospektiv zu jener Zeit vermutlich der erste und einzige überhaupt war, der die Semantik des Faszienbegriffes untersuchte und vom Inhalt her noch genauso aktuell ist wie damals.

Bereits im Jahre 2003 – also etliche Jahre bevor Faszien in Mode kamen, habe ich (MF) dazu einen Artikel in der Zeitschrift für Osteopathische Medizin veröffentlicht, der mit diesen Missverständnissen aufräumen wollte. Schon damals war der Gebrauch des Begriffes sehr unterschiedlich und letztendlich verwirrend. Die Arbeit von Hyrtl kannte ich damals noch nicht, aber andere etymologische Quellen erklärten die Herkunft des Begriffes auf eine ähnliche Weise.

Allerdings glaube ich nicht, dass dieser sein Ziel – die Entwirrung des Sprachdschungels – wirklich erreicht hat, denn im Gespräch mit KollegenInnen merke ich immer wieder, wie unterschiedlich die Vorstellungen dieses Gewebetyps sind. Deswegen kann der interessierte Leser den Artikel an dieser Stelle lesen, so wie er in der Zeitschrift für Osteopathische Medizin 2003 erschienen ist. Der Originalartikel ist weitaus umfangreicher und noch differenzierter und kann bei M. Friedlin via Kontaktformulaur gegen einen Unkostenbeitrag bestellt werden.

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Interessant war auch die Erkenntnis, dass es auch in der Histologie unterschiedliche Nomenklaturen und Klassifikationssysteme gibt. So habe ich nur bei Sajonski/Smollich (in “Zelle und Gewebe – Hirzel Verlag 1990”) eine Klassifikation der Gewebe gefunden, die anstelle der üblichen Einteilung in Binde- und Stützgewebe den Begriff der “Gewebe mit Interzellularsubstanz” benützt.

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Diese Bezeichnung scheint mir noch heute als Oberbegriff umfassender, da er weniger mechanisch orientiert ist, sondern alle Funktionen – auch die trophische – einschliesst. Fasern jeder Art sind das Produkt spezialisierter Zellen (Fibrozyten). Diese sind vom Stoffangebot in ihrer flüssigen Umgebung abhängig, welche ihrerseits wiederum funktionsfähig sein muss. Dieser Flüssigkeitshaushalt wird beispielsweise explizit mit der Lymphdrainage oder der Matrix Rhythmus Therapie beeinflusst.

6 Kommentare

  1. Ballmer Jacqueline sagt

    Das ist so hochinteressant zu lesen. Ich bin mir dadurch wieder einmal der unglaublich wunderbaren und ausgetüftelten Konstruktion des menschlichen Körpers bewusst geworden. Danke!

  2. Johna498 sagt

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