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Die Lymphe

“Die Lymphe, das ist das Allerfeinste, Intimste und Zarteste in dem ganzen Körperbetrieb … Man spricht immer von dem Blut und seinen Mysterien und nennt es einen besonderen Saft. Aber die Lymphe, die ist ja erst der Saft der Säfte, die Essenz … Blutmilch, eine ganz deliziöse Tropfbarkeit.” Thomas Mann “Der Zauberberg”   “Panta Rhei – alles fliesst”  Heraklit Wie Thomas Mann wunderschön beschrieben hat, ist die Lymphe eine der Körperflüssigkeiten des Körpers, welche sehr oft im Schatten des Blutes steht und den Meisten auch heute noch unbekannt ist. Dabei kennt man diese Flüssigkeit seit dem 17. Jahrhundert. Entdeckt wurde sie 1627 von Gaspare Aselli, einem italienischen Anatomen. In seinem Buch “De lactibus sive lacteis venis” beschreibt er auf eindrückliche Weise den Hergang seiner Entdeckung: “Was das Geschichtliche anbelangt, so hat sich die Sache folgendermassen zugetragen. Am 23. Juli hatte ich mich auf Bitten einiger Freunde, die durchaus die nervos recuttentes in Augenschein nehmen wollten, an die Sektion eines lebenden, gut genährten Hundes gemacht, der sich bei bestem Wohlsein befand. Nach Demonstration der Nerven wollte …

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Kinematographie & Bewegungsanalyse

Die Entwicklung dieses faszinierenden Gebietes wurde entscheidend geprägt durch das Lebenswerk zweier Männer, die beide im selben Jahr geboren und gestorben sind. Der eine – E. J. Marey – war ein französischer Arzt und der andere – E. Muybridge – ein amerikanischer Photograph. Beide entwickelten aus unterschiedlichen Motiven immer augeklügeltere Vorrichtungen, mit denen sich Bewegungen dokomentieren liessen. war ein Photograph, der mit der Klärung einer Frage beauftragt wurde, von der man sagt, dass es sich dabei um eine Wette handelte. Gegenstand dieser Wette sei die Behauptung gewesen, dass ein Pferd während des Trabes oder des Gallops in einem bestimmten Moment alle Beine in der Luft hätte. Muybridge allerdings meinte, dass sein Auftraggeber, der Gouverneur Leland Stanford, durch die Lektüre von Mareys Buch “La machine animale” zu diesen Aufnahmen angeregt wurde. Diese These wäre wahrscheinlicher, da Stanford ein begeisterter Pferdezüchter war und sich von Bewegungsaufnahmen seiner Pferde viel für das Training mit diesen erhoffte. Muybridge entwickelte dazu eine Vorrichtung, bei welcher erst 12, später 24 Kameras in Serie in einem bestimmten Abstand aufgestellt wurden. Mit diesen …

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Medizinische Trainingstherapie

Die moderne Trainingstherapie begann mit der Begründung der Medicomechanik durch Gustav Zander. Ausschlagggebend für die Konstruktion seiner Trainingsgeräte war eine Beobachtung der seinerzeit praktizierten “Schwedischen Gymnastik”. Dabei war der Gymnast eine Art “Therapeut” der als “Bewegungsgeber” dem Patienten auf unterschiedliche Art manuellen Widerstand gegen die auszuführenden Bewegungen gab. Zander beobachtete, dass diese Gymnasten teilweise ermüdeten und so nicht immer die gleichen Widerstände geben konnten und die Bewegungen auch ungenau wurden. Um diese Fehler auszuschalten ersann und konstruierte er Geräte, die von dieser menschlichen Schwäche unabhängig waren: Die Bewegungen waren immer die gleichen und der Widerstand konnte genau bestimmt werden. In der Folge konstruierte Zander immer neue Geräte, für jeglich Art von Bewegungen. Ab 1865 wurde diese von Zander in seinen medicomechanischen Instituten eingesetzt, die zunehmend weltweite Verbreitung fanden.      

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Geschichte der Posturographie

Die systematische Erforschung der menschlichen Körperhaltung im Stehen begann bereits im Jahre 1889, mit der Publikation zweier grundlegender Arbeiten, die im Folgenden kurz vorgestellt wurden. Damals gab es weder Röntgenaufnahmen oder Filmaufnahmen, so dass nur mit dem Medium der Photographie oder mit dem blossen Auge gearbeitet werden konnte. Dennoch sind beide Arbeiten von grosser Genauigkeit. 1959 erschien eine weitere umfassende Untersuchung zum gleichen Thema, die nun aber das äussere Erscheinungsbild mit der Innenansicht mittels Röntgenaufnahmen verglich. Die erste systematische Untersuchung, in welcher Vorstellungen einer optimalen Haltung des Körpers im Stehen untersucht wurden, stammt von W. Braune und O. Fischer aus dem Jahre 1889. Sie trägt den Titel “Über den Schwerpunkt des menschlichen Körpers mit Rücksicht auf die Ausrüstung des deutschen Infanteristen”. Mit den Mitteln der Mechanik und der Geometrie hat man präzisse Messungen sowohl der Teilschwerpunkte der Körperteile als auch des Gesamtschwerpunktes des Körpers ermittelt. Diese Messungen wurden mit einer speziellen Methode an vier tiefgefrorenen menschlichen Leichen durchgeführt. Das Resultat wurde zuerst an einem Skelettmodell grafisch dargestellt und dann auf einen lebenden Menschen übertragen, indem …